Reselling anfangen.
Kurz gesagt
Reselling bedeutet, Ware günstig einzukaufen und mit Gewinn weiterzuverkaufen – in Deutschland vor allem über Vinted, eBay und Kleinanzeigen. Für den Start brauchst du eine klare Warengruppe, eine einfache Kalkulation, ein System für Bestand und Belege und Klarheit darüber, ob du privat oder bereits gewerblich verkaufst. Wer gezielt zum Weiterverkauf einkauft, handelt nach dem Gesamtbild meist gewerblich.
- Plattformen
- Vinted (Mode), eBay (breites Sortiment), Kleinanzeigen (regional)
- Kalkulation
- Gewinn = Erlös − Einkauf − Gebühren − Versand − Sonstiges
- Steuern
- Einkauf zum Weiterverkauf spricht für ein Gewerbe
- Organisation
- Artikelnummer, Lagerplatz, Belege von Anfang an
Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen auf Grundlage der genannten Gesetzestexte und Behördenangaben. Er ist keine Steuerberatung und ersetzt nicht die Prüfung deines Einzelfalls durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.
Was ist Reselling?
Beim Reselling werden Waren – oft gebraucht – eingekauft und weiterverkauft. Typische Quellen sind Flohmärkte, Haushaltsauflösungen, Restposten, Outlets oder Online-Marktplätze selbst. Verkauft wird über Plattformen, die bereits Käufer mitbringen. Der Unterschied zum Ausmisten: Die Ware wird gezielt eingekauft, um daran zu verdienen.
In sieben Schritten zum ersten Gewinn
- Warengruppe wählenMit einem Bereich beginnen, den du kennst – etwa Markenkleidung, Sneaker, Bücher oder Elektronik. Wissen über Marken, Größen und Fälschungsmerkmale schützt vor Fehlkäufen.
- Preise recherchierenVor dem Einkauf prüfen, zu welchen Preisen vergleichbare Artikel tatsächlich verkauft werden – nicht nur angeboten.
- Mit Kalkulation einkaufenGebühren, Versand und Verpackung vorher abziehen. Der Gewinnrechner zeigt sofort, was übrig bleibt.
- Plattform passend wählenMode auf Vinted, Sammlerstücke auf eBay, Sperriges auf Kleinanzeigen – siehe Vinted, eBay oder Kleinanzeigen?.
- Gute Inserate erstellenHelle Fotos, Maße, ehrliche Beschreibung von Mängeln. Das verkauft schneller und verhindert Reklamationen.
- Ordnung haltenJeder Artikel bekommt eine Nummer und einen Lagerplatz (Lager organisieren); Einkaufsbelege werden aufbewahrt.
- Ergebnisse auswertenMonatlich prüfen, welche Artikel und Plattformen sich lohnen (Gewinn berechnen).
Privat oder gewerblich?
Wer eigene Gegenstände des täglichen Gebrauchs verkauft, bleibt in der Regel privat und steuerfrei (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG). Wer gezielt zum Weiterverkauf einkauft, zeigt ein händlertypisches Verhalten; nach den Informationen des Bayerischen Landesamts für Steuern spricht das für einen Gewerbebetrieb. Dann ist das Gewerbe anzumelden (§ 14 Abs. 1 GewO) und die Gewinne sind zu versteuern.
Was das konkret bedeutet, erklären Reselling und Steuern und DAC7 für Reseller. Bei Unsicherheit hilft eine Steuerberatung.
Häufige Fehler am Anfang
- Einkaufen ohne Kalkulation – die Gebühren fressen die Marge.
- Zu breites Sortiment, bevor die erste Warengruppe läuft.
- Keine Belege für Einkäufe – später fehlt der Nachweis des Einkaufspreises.
- Artikel auf mehreren Plattformen ohne zentrale Liste – das führt zu Doppelverkäufen (Auf mehreren Plattformen verkaufen).
- Mängel nicht beschreiben – das kostet Bewertungen und Rückabwicklungen (Versand & Retouren).
Wenn der Bestand wächst
Ab einigen Dutzend Artikeln auf mehreren Plattformen wird die Verwaltung zum eigentlichen Engpass: Inserate pflegen, Verkäufe abgleichen, Belege zuordnen. Dafür gibt es Reselling-Software. Worauf es bei der Auswahl ankommt, steht in Reselling-Software.
Häufige Fragen
Wie viel Startkapital brauche ich für Reselling?
Es gibt keinen festen Betrag. Viele beginnen mit wenigen Artikeln und reinvestieren Gewinne. Wichtiger als die Summe ist, jeden Einkauf vorher zu kalkulieren.
Muss ich für Reselling ein Gewerbe anmelden?
Wer gezielt zum Weiterverkauf einkauft, handelt nach dem Gesamtbild meist gewerblich. Eine feste Umsatzgrenze gibt es nicht.
Welche Plattform ist für Anfänger am besten?
Das hängt von der Ware ab: Kleidung auf Vinted, breites Sortiment auf eBay, Sperriges auf Kleinanzeigen.
Quellen
- § 23 EStG – Private Veräußerungsgeschäfte (dejure.org) – abgerufen am 15.10.2026
- Bayerisches Landesamt für Steuern: Informationen zum Plattformen-Steuertransparenzgesetz (Stand Juni 2023) – abgerufen am 15.10.2026
- § 14 GewO – Anzeigepflicht (dejure.org) – abgerufen am 16.10.2026
Gebühren und Regeln der Plattformen ändern sich. Maßgeblich ist immer der aktuelle Stand auf den Seiten der jeweiligen Plattform bzw. der aktuelle Gesetzestext.
Weiterlesen
Über ResellDesk: ResellDesk ist eine webbasierte Reselling-Software für Vinted, eBay und Kleinanzeigen, die Bestand, Inserate, Verkäufe und Buchhaltungsvorbereitung zusammenführt. Offizielle Website: www.reselldesk.de. Mehr über ResellDesk